Steinmeier würdigt Fortschritte im Versöhnungsprozess auf Zypern

Außenminister Steinmeier im Gespräch mit Präsident Anastasiades Bild vergrößern Außenminister Steinmeier im Gespräch mit Präsident Anastasiades (© Photothek/Gottschalk)

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag (17.11.) die zyprischen Konfliktparteien dazu aufgerufen, die "positive Dynamik" der Verhandlungen aufrecht zu erhalten und die "historische Chance" auf eine Wiedervereinigung der geteilten Insel nicht zu vergeben.

  

Bei seinem Besuch auf Zypern ist Außenminister Steinmeier am Dienstag mit dem Präsidenten der Republik Zypern, Nicos Anastasiades, Außenminister Ioannis Kasoulidis, sowie dem Volksgruppenführer der türkischen Zyprer, Mustafa Akinci, zu Beratungen zusammengetroffen.

Sensible Zeit im Verhandlungsprozess

Der Besuch Steinmeiers auf Zypern fällt in eine sensible Zeit: Die unter der Ägide der Vereinten Nationen geführten Zypernverhandlungen laufen nach Jahren des Stillstands derzeit wieder mir hoher Intensität und Dynamik. ‎Deutschland und die EU unterstützen den Prozess nach Kräften. 

  

Nach seinem Gespräch mit Außenminister Kasoulidis ermunterte Steinmeier die Verhandlungsführer dazu, die Gespräche nun "mit der notwendigen Energie, mit dem notwendigen Ehrgeiz und mit der notwendigen Beharrlichkeit" zum Ziel zu führen.

  

Historische Chance nicht verstreichen lassen

Steinmeier würdigte insbesondere die besonnene Verhandlungsführung der griechischen und türkischen Zyprer. Gleichzeitig warnte er davor, die sich auftuende "historische Chance" zu verpassen, da diese "so schnell jedenfalls nicht wiederkehren" würde.

Außenminister Steinmeier im Gespräch mit dem türk.-zypr. Volksgruppenführer Akinci Bild vergrößern Außenminister Steinmeier im Gespräch mit dem türk.-zypr. Volksgruppenführer Akinci (© Photothek/Gottschalk)

Mit seinem Besuch wolle er "Solidarität mit all den Bemühungen, die Konflikte der Vergangenheit hinter sich zu lassen" zeigen. Steinmeier signalisierte zudem Deutschlands Bereitschaft, Erfahrungen aus dem eigenen Prozess der Wiedervereinigung in die Gespräche beider Seiten einzubringen.

  

Am Abend traf Steinmeier auch mit dem griechisch-orthodoxen Erzbischof von Zypern, Chrysostomos II, sowie dem muslimischen Großmufti, Talip Atalay zusammen. Das Gespräch verlief nach Angaben von Teilnehmern in einer äußerst vertrauensvollen Atmosphäre.

  

Daneben ging es bei der Zypern-Reise auch um den weiteren Ausbau der bilateralen Beziehungen, zum Beispiel in den Bereichen Tourismus und erneuerbare Energien. Weitere Gesprächsthemen waren die Flüchtlingspolitik sowie die Lage in Syrien und der Kampf gegen die Terrororganisation ISIS.

Außenminister Steinmeier trifft die zyprischen Religionsführer Bild vergrößern Außenminister Steinmeier trifft die zyprischen Religionsführer (© Photothek/Gottschalk)