Kriterien für die Projektförderung im Rahmen des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts

Mausoleum Shadi-Mulk-Aga/Usbekistan Bild vergrößern Mausoleum Shadi-Mulk-Aga/Usbekistan (© M. Abri, FH Potsdam) 1.   Gegenstand der Förderung

Aus dem Kulturerhalt-Programm werden Projekte gefördert

     zur Bewahrung des kulturellen Erbes im Ausland
      zur Bewahrung des deutschen kulturellen Erbes im Ausland, ausgenommen in historischen deutschen Siedlungsgebieten im östlichen Europa

B e i s p i e l e :

      Restaurierung historischer weltlicher und religiöser Bauten
      Restaurierung historischer Gegenstände
      Restaurierung von Handschriften
      Unterstützung und technische Ausstattung von Museen/Archiven zum Erhalt kulturellen Erbes
      Dokumentation bedrohten kulturellen Erbes
     Filme über kulturelles Erbe
     Aufzeichnung mündlicher Überlieferungen im Bereich Literatur und Musik
     Publikationen zur Darstellung kulturellen Erbes
     Aus- und Fortbildung von Restauratoren, Archivaren und Archäologen
     Ausstellungen und Kolloquien über kulturelles Erbe
     Sachspenden (in Ausnahmefällen)

Nicht gefördert werden

     Grabungen
      rein wissenschaftliche Forschungsvorhaben

2.   Voraussetzungen für die Förderung

2.1.  Subsidiarität/Sicherung der Gesamtfinanzierung

Zuwendungen aus dem Kulturerhalt-Programm sind nachrangig zu beantragen. Neben Eigenmitteln sind zunächst alle anderen Möglichkeiten einer Finanzierung durch Dritte (z.B. durch Sponsoren) auszuschöpfen. Die Gesamtfinanzierung muss gesichert sein. 

2.2.  Projektförderung

Es können nur Projekte, keine Institutionen gefördert werden. 

2.3.   bilaterale Projekte

Gefördert werden vorwiegend Projekte, bei denen Projektpartner aus Deutschland und dem Gast- land, nicht jedoch weitere Partner aus Drittstaaten zusammenarbeiten. 

2.4.   keine Doppelfinanzierung

Das Kulturerhalt-Projekt darf sich nicht mit Projekten der deutschen technischen bzw. finanziellen Zusammenarbeit überlappen. 

2.5.  begrenzte Projekte

Gefördert werden kleine, inhaltlich und zeitlich überschaubare Projekte. Das relativ geringe Gesamt-budget des Kulturerhalt-Programm soll weltweit und nicht in wenigen Ländern konzentriert eingesetzt werden. Nach Möglichkeit sollen die Projekte innerhalb eines Kalenderjahres beendet werden. Teilmaßnahmen sollten in sich abgeschlossen und als deutscher Beitrag darstellbar sein.

Der Borobudur in Zentraljava - Bedrohtes Weltkulturerbe Bild vergrößern Diskussion mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Borobudur Conservation Office on the Spot (© Prof. Dr. Hans Leisen) 2.6.  Einverständnis des Gastlandes

Das Einverständnis des Gastlandes zur Durchführung eines Projekts muss vorliegen. Dies gilt in besonderem Maße, wenn sich deutsche Antragsteller im jeweiligen Gastland engagieren wollen. 

2.7.  Eigenleistungen

Grundsätzlich sind Eigenleistungen, ggf. auch nur in Form von Sach- und Dienstleistungen, zu  erbringen. 

 3.    Antragstellung 

Antragsteller können staatliche Stellen, Nichtregierungsorganisationen und Einzelpersonen im Gastland und in Deutschland sein.

 Der Antrag mit Projektbeschreibung und detailliertem Finanzierungsplan kann jederzeit gestellt werden. Er ist jedoch

 spätestens am 31. Oktober eines Jahres für das Folgejahr

bei der zuständigen Auslandsvertretung (Botschaft oder Generalkonsulat) einzureichen. Eine frühzeitige Antragstellung ist zu empfehlen, damit bei Bedarf fehlende Unterlagen noch rechtzeitig angefordert werden können.

Die zuständige Auslandsvertretung legt den von ihr geprüften Antrag dem Auswärtigen Amt zur Entscheidung im Rahmen eines internen Auswahlverfahrens vor.

In Abhängigkeit von der Verabschiedung des Bundeshaushalts ist mit einer Genehmigung eines Projekts Ende Januar des Folgejahres zu rechnen. Bereits begonnene oder gar abgeschlossene Projekte können nicht nachträglich gefördert werden.

 Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Auswärtigen Amts

Stand: April 2015

Kriterienkatalog

Das Sistani-Haus in der Zitadelle in Bam

Bildband Kulturwelten

Rettung der Wandmalereien des Vat Sisaket in Vientiane

In dem dreisprachigen Bildband "Kulturwelten" dokumentiert das Auswärtige Amt anhand von einigen Beispielen, die für Hunderte andere in aller Welt stehen, welchen außenpolitischen Wert der Kulturerhalt hat. Er vermittelt eine Ahnung davon, an welchem unermesslichen kulturellen Erbe wir alle teilhaben.