Die Weltmeere sind der größte Lebensraum der Erde - rund 70 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Die Meere sind ein riesiges Ökosystem - sie spielen z.B. auch eine wichtige Rolle für den Klimawandel und sind Quellen neuer Rohstoffe. Ihre Erkundung wäre ohne Forschungsschiffe nicht denkbar. Prof. Dr. Michael Schulz ist Direktor des Zentrums für Marine und Umweltwissenschaften der Universität Bremen - kurz Marum.
O-Ton Michael Schulz, Direktor des Marum Bremen
«Ich denke, wir sind gut aufgestellt. Wir haben Schiffe, die auf allen Weltmeeren operieren, also große Forschungsschiffe, die eine Länge haben bis zu knapp unter 120 Metern. Es sind vier große Schiffe und daneben haben wir noch sogenannte mittelgroße Schiffe und auch kleinere Forschungsschiffe, die im Küstenbereich arbeiten - also in der Nord- und in der Ostsee.»
So vielfältig wie die Meeresforschung, ist auch die Ausrüstung eines Schiffes. Die Forschung wurde in den vergangenen Jahren revolutioniert, durch den Einsatz der immer größeren Geräte.
O-Ton Michael Schulz, Direktor des Marum Bremen
«Es sind Tauchroboter, es sind autonome Tauchfahrzeuge, es sind mobile Bohrgeräte. Das ist ein sehr großer Platzbedarf, den man da an Bord hat.»
Knapp 3800 Meter sind die Ozeane im Durchschnitt tief – auch dafür müssen die Schiffe ausgelegt sein.
O-Ton Direktor des Marum Bremen
«Die Geräte werden dann in der Regel an Stahldrähten auf den Meeresboden heruntergelassen. Man braucht also Winden, die bis zu elf Kilometer Kabel aufgetrommelt haben. Es sind teilweise sehr dicke Kabel, die man da benötigt. Und was wir heute auch brauchen, sind Schiffe, die sehr gut an einer Stelle verharren können. Die also sogenannte dynamische Positionierung besitzen.»
Große Schiffe sind im Schnitt drei bis vier Wochen lang unterwegs. Die Vorbereitung und Auswertung der gesammelten Daten und Proben einer Expedition dauert dagegen sehr viel länger, oft mehrere Jahre. Die Wissenschaftler kommen aus ganz unterschiedlichen Forschungsfeldern.
O-Ton Direktor des Marum Bremen
«Es sind Ozeanographen, es sind Meeresbiologen und -biologinnen, es sind Geowissenschaftler - das ist wirklich die komplette Bandbreite.»
Betrieben werden die Schiffe von Forschungseinrichtungen, Universitäten oder Behörden. Das Portal «Deutsche Forschungsschiffe» ist dabei die zentrale Anlaufstelle. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, kurz BMBF, stellt erhebliche Mittel für den Bau und Betrieb von Forschungsschiffen bereit und ist Eigner des neuesten Forschungsschiffes «Sonne».
O-Ton Direktor des Marum Bremen
«Wir haben sicherlich einen Schwerpunkt im Atlantik, das hängt einfach damit zusammen, dass die Wege kurz sind. Aber wir haben jetzt gerade im letzten Jahr mit dem Forschungsschiff Sonne ein neues Schiff in den Dienst gestellt, das als Haupteinsatzgebiete den Pazifik und den indischen Ozean hat. Die Schiffe operieren so, dass sie dann eigentlich auch permanent in diesen Ozeanen sind. Wir fahren also nicht nach jeder Expedition nach Deutschland zurück. Das ist schlicht und ergreifend zu teuer. Sondern wir verschiffen eben unsere Geräte - hinter mir sehen sie so ein Beispiel - die mittlerweile recht groß sind, jeweils in die Häfen und bringen sie da an Bord.»
Die «Sonne» gehört zu einer stattlichen deutschen Forschungsflotte, die den Einfluss der Ozeane auf unser Weltklima erkundet – angesichts des Klimawandels ein immer wichtiger werdendes Forschungsgebiet.